Manchmal braucht es eine persönliche Geschichte, um eine Branche zu verändern. Bei Eye-Able war es der beste Freund von Mitgründer Oliver Greiner: Lennart, der aufgrund einer genetisch bedingten Sehbehinderung nur zehn Prozent seiner Sehkraft besitzt, musste sein Studium abbrechen – weil digitale Angebote für ihn schlicht nicht zugänglich waren. Diese Erfahrung wurde zum Gründungsimpuls.
Gemeinsam mit Chris Schmidt, Tobias Greiner und Eric Braun gründete Oliver Greiner Eye-Able mit dem Ziel, das Internet für alle Menschen zugänglich zu machen. Was als Reaktion auf ein persönliches Schicksal begann, ist heute Europas führende Plattform für digitale Barrierefreiheit – mit über 10.000 Unternehmen als Kunden.
Das Produkt: Eine Plattform, die Compliance und Inklusion vereint
Eye-Able versteht sich als ganzheitliche Plattform, die Unternehmen dabei unterstützt, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, ein optimiertes Nutzererlebnis zu bieten und Geschäftsergebnisse zu verbessern. eye-able Das klingt nach trockenem Compliance-Tool, ist aber deutlich mehr: Die Plattform prüft Websites, Apps und PDFs anhand aktueller WCAG-Standards, liefert klare Handlungsempfehlungen und ermöglicht eine vollautomatisierte Dokumentation – inklusive rechtskonformer Barrierefreiheitserklärungen nach BFSG.
Drei Produktbereiche stechen besonders hervor. Mit Eye-Able Assist können Seitenbetreiber ein Widget integrieren, das Nutzenden über 25 Anpassungsmöglichkeiten bietet – von Schriftgröße und Kontrast bis hin zur Vorlesefunktion. Das Tool Einfache Sprache setzt KI ein, um komplexe Texte automatisch zu vereinfachen, ohne deren Aussagekraft zu verändern. Und das Übersetzungs-Plugin übersetzt Webinhalte kontextgenau in mehr als 17 Sprachen.

Der Marktmoment: Gesetz schafft Rückenwind
Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) besteht für Unternehmen in Deutschland konkreter Handlungsbedarf – Nichteinhaltung führt zu rechtlichen Risiken. Das ist für Eye-Able Rückenwind und Verantwortung zugleich. Das Startup positioniert sich nicht als bloßes Compliance-Tool, sondern argumentiert auch wirtschaftlich: Nicht barrierefreie Webangebote schließen Millionen von Kunden aus – Unternehmen ohne digitale Barrierefreiheit verpassen demnach bis zu 38 Prozent potenzielle Umsatzchancen.
Made in Germany, gedacht für Europa
Eye-Able setzt auf EU-Hosting, DSGVO-Konformität und Expertise in europäischen Barrierefreiheitsgesetzen – von der deutschen BITV über den European Accessibility Act bis zur Schweizer BehiG. Das Produkt lässt sich in wenigen Minuten in gängige Systeme wie WordPress, Shopify oder Wix integrieren, eine 14-tägige kostenlose Testversion senkt die Einstiegshürde weiter.
Das Team hinter Eye-Able arbeitet nach eigener Aussage täglich daran, das Internet für alle zugänglich zu machen – mit KI-Lösungen, Software-Services, Tests und Workshops. Die Vision ist klar umrissen: eine digitale Welt, in der niemand ausgeschlossen wird.

Fazit
Eye-Able ist ein Paradebeispiel dafür, wie persönliche Betroffenheit zu unternehmerischer Mission werden kann. Das Startup trifft einen Nerv – technologisch, regulatorisch und gesellschaftlich. Wenn das BFSG 2025 vollständig greift, dürfte Eye-Able zu den Gewinnern gehören.

