Die Studie „German Innovation Spotlight 2026″ des Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung im Auftrag des German Design Council liefert erste Erkenntnisse zur Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen. Nach Angaben der Studienherausgeber zeigen die vorläufigen Ergebnisse eine deutliche Diskrepanz zwischen strategischem Anspruch und operativer Umsetzung.
Hoher Anspruch, gebremste Umsetzung
Laut den Studiendaten geben 67 Prozent der bislang befragten 50 mittelständischen Unternehmen an, Innovation als festen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie verankert zu haben. Gleichzeitig berichten viele Befragte von langsamen und komplexen internen Entscheidungsprozessen, die Innovationsprojekte in der Umsetzung bremsen.
Die absehbare Kernerkenntnis des German Innovation Spotlight: Innovation innerhalb deutscher Unternehmen scheitert seltener an fehlenden Ideen als an fehlender Entscheidungsfähigkeit. Geschwindigkeit wird zum kritischen Wettbewerbsfaktor.
Künstliche Intelligenz: erkannt, kaum skaliert
Künstliche Intelligenz wird von der Mehrheit der Unternehmen als zentrales Zukunftsthema bewertet. Der operative Einsatz bleibt nach Studienangaben jedoch häufig auf Pilotprojekte und Tests beschränkt. Die Skalierung in marktreife Anwendungen stellt weiterhin eine zentrale Hürde dar.
Nachhaltigkeit ohne Systematik
Nachhaltigkeit wird von vielen Unternehmen als relevantes Innovationsfeld genannt, ist jedoch oft projektbezogen organisiert und noch nicht flächendeckend in Strategie, Steuerung und Organisation integriert. Circular Economy wird überwiegend als langfristiges Zukunftsthema verstanden, weniger als kurzfristig wirksamer Wettbewerbsfaktor im Kerngeschäft.
Führungsverantwortung als Erfolgsfaktor
Nach Angaben des German Design Council berichten Unternehmen mit klar verankerter Innovationsverantwortung auf Geschäftsführungsebene häufiger von höherem Umsetzungstempo und größerer Durchsetzungskraft.
„Innovation ist heute keine Frage von Technologie allein, sondern von Haltung, Führung und Entscheidungsfähigkeit“, sagt Lutz Dietzold, CEO des German Design Council. „Viele Unternehmen wissen, was zu tun wäre. Entscheidend ist, ob sie den Mut haben, es konsequent umzusetzen.“
Sven Schimpf vom Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung ergänzt: „Innovationsdefizite entstehen selten im Labor, sondern in Organisation und Entscheidungslogik. Wer Innovation ernst nimmt, muss sie strukturell ermöglichen – nicht nur strategisch behaupten.“
Über die Studie
Das German Innovation Spotlight 2026 ist eine erstmals durchgeführte Studie zur Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen. Sie wird vom Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung durchgeführt und inhaltlich vom German Design Council getragen. Befragt werden Entscheiderinnen und Entscheider aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen, mit Schwerpunkt auf dem deutschen Mittelstand.
Die Erhebung läuft bis Ende Februar 2026. Die vollständige Studienauswertung folgt nach Abschluss der Befragung.
German Innovation Award 2026
Die Studie bildet die analytische Grundlage für den German Innovation Award. Der German Design Council – Rat für Formgebung – vergibt den Preis seit 2017.
Einreichungen für den German Innovation Award 2026 sind noch bis zum 31. Januar 2026 möglich. Prämiert werden herausragende Innovationen in den Kategorien Excellence in Business to Consumer und Excellence in Business to Business sowie in den Sonderkategorien AI Method, Circular Impacts und Transformation Solutions. Die Preisverleihung findet im Mai 2026 in Berlin statt.

