Appful Gründer

Appful macht Webseiten zu Apps

Mit Appful kann jede WordPress-Webseite in 5 Minuten in eine native App umgewandelt werden. Das verspricht Gründer Lukas Gehrer. Wir haben ihn getroffen.

Wer bist du und was ist deine Rolle bei Appful?

Ich bin Lukas Gehrer, 24 Jahre alt und ich habe die Appful GmbH 2021 übernommen, nachdem das alte Team aus verschiedenen Gründen verkaufen wollte. Ich kenne Appful schon lange, da ich Kunde war und einige Kunden kannte über meine Werbeagentur „Wordsmattr.io“. Mit der Übernahme wurde dann schnell ein neues Team rundum mich und den CTO Max Gierlachowski sowie den Lead iOS-Entwickler Julian Pomper gebaut.

Den beiden habe ich auch zu verdanken, dass Appful diese Woche ein sechsstelliges Investment vom Ex SAP Head of Consulting Gerhard Berger verkündet hat. Denn sie haben in den letzten Monaten den Grundstein gelegt für unseren Relaunch und denken unheimlich langfristig für die Firma mit.

Pitchtime! Beschreib doch die Geschäftsidee hinter Appful in wenigen Sätzen. Welches Problem löst ihr?

Mit Appful kann jede WordPress-Webseite in 5 Minuten in eine native App umgewandelt werden. Das geschieht über unser WordPress-Plugin und den Web-Baukasten, in dem sich der Nutzer per Drag&Drop seine App zusammenbauen kann. Wie bei einem Website-Baukasten.

So helfen wir jedem Unternehmen, Verein oder auch der öffentlichen Hand, Content-Apps schneller und günstiger zu bauen. Bei uns beginnt das günstigste Abo bei knapp 1000 Euro pro Jahr. Für eine vergleichbare Agentur bezahlt man in der Regel das 20-fache.

Wie kam es zu der Idee, die hinter Appful steckt? 

Ganz einfach: Eigenbedarf. Wir wollten für unser eigenes Magazin eine schicke App bauen und haben dies getan. Schnell kamen dann Anfragen von anderen Publikationen, Verlagen und Firmen, die gefragt haben, wo wir unsere App entwickelt haben. So entstand die Idee des Baukastens.

Was waren bisher eure größten Herausforderungen und wie finanziert ihr euch?

Sicherlich die Zeit der Übernahme an sich, da wir sehr ehrlich analysieren mussten, was gehört hier neu gemacht und wie möchten wir Appful weiterentwickeln, um es noch größer zu machen. Wir sind gerade dabei den Sprung zu schaffen vom Startup zum etablierten Unternehmen, das einen ganz klaren Zielmarkt und ein gutes bestehendes Netzwerk hat.

Wen wollt ihr mit Appful erreichen?

Jeden, der mit Content kommunizieren will. Kunden von uns sind Verlage, die ihr Magazin- oder Zeitung als App anbieten. Ebenso die öffentliche Hand, die mit Inhalten, Ratgebern und Informationen Bürger per App informiert. Und selbstverständlich auch große Unternehmen, die mit Mitarbeitern und Kunden über eine App direkt und nachhaltig per Pushnachrichten kommunizieren.

Ein neuer Fokus ist die direkte Ausrichtung auf WordPress-Agenturen oder Content Marketing Agenturen, die Appful im Portfolio weiterverkaufen. Das kommt sehr gut an, wir verhandeln gerade mit über 30 Agenturen über die Vermarktung und konnten bereits einige Kooperationen vertraglich festhalten.

Welches Alleinstellungsmerkmal habt ihr – wie hebt ihr euch von der Konkurrenz ab?

Vor allem zwei Dinge: Bestehende Lösungen liefern meist nur Web-Apps, bei uns bekommt der Kunde eine native App in Swift und Kotlin mit exzellentem Design. Den nativen Lösungen auf dem Markt hingegen fehlt die Verbindung zur Kundenwebseite, auf der aber alle bestehenden Inhalte liegen. Wir liefern das Beste aus beiden Welten.

Dank der nativen Bauweise sind Appful-Apps auch ohne Download nutzbar. Dabei wird die App-Größe so weit reduziert, dass per QR-Code, NFC oder Link die App direkt im Hintergrund und ohne Download gestartet wird. Native Instant Apps sind Webapps in allen Punkten überlegen in unseren Augen.

Was hättet ihr rückblickend in der Startphase anders gemacht?

Ich hätte vermutlich noch stärker auf den Rat von Max als CTO hören sollen, der früh erkannt hat, wir müssen die ganze Codebase neuschreiben, um zukunftsgerichtet aufgestellt zu sein. Hätten wir damit sofort begonnen, wären wir heute schon weiter.

Ganz allgemein ist das Wechselspiel zwischen mir, der die Kundensicht und den Verkauf im Blick hat und Max und Julian, die technisch langfristig denken, sicherlich heute besser als noch vor 2 Jahren, wo wir fast jeden Kunden angenommen haben, auch wenn er nicht wirklich optimal bedient werden konnte.

Mit der Erfahrung eurer Gründung: Welchen Tipp gibst du GründerInnen mit auf den Weg? 

Hört auf andere. Ich mag den Ausdruck „ignoriere die Kritiker“ überhaupt nicht. In der Regel haben sie nämlich Recht. Gerade als junger Gründer versuche ich, wie ein Schwamm alles aufzusaugen was ich lese und höre, speziell von älteren Unternehmern, anderen Gründern, Kunden oder auch Freunden. Ob das Feedback oder die Ratschläge dann wertvoll sind, kann man ja später entscheiden. Ich mache jede Woche absichtlich verschiedenste Calls mit potenziellen Kunden, Agenturen oder anderen Unternehmern (auch aus anderen Branchen) aus und frage einfach drauflos. Was würdest du gerne haben wollen? Wie siehst du dieses und jenes? Und wenn ich mehrfach dieselben Antworten höre, gilt es eine Lösung dafür zu finden. Das kann schon die nächste Startup-Idee oder die Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens in diese Richtung sein.

Wo würdest du arbeiten, wenn es dich nicht in die Startup-Welt verschlagen hätte? 

Ich wollte immer Hotel-Manager werden und hätte vielleicht irgendetwas in Richtung Gastronomie studiert. Ich liebe Kundenkontakt und ich liebe es Dienstleistungen oder Umgebungen anzubieten, in denen sich Leute wohlfühlen. Etwa eine schicke Bar oder ein schönes Hotel. Aber das kann ja noch werden! (lacht).

Zeen Social Icons