Fake-Shops erkennen: Warum immer mehr Deutsche die Seriosität von Online-Shops prüfen

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Die Zahl betrügerischer Online-Shops steigt rasant. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis der Verbraucher, vor einer Bestellung auf Nummer sicher zu gehen. Neue Prüfportale schließen eine Lücke, die Trusted Shops und der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale allein nicht füllen können.

Wer heute bei einem unbekannten Online-Shop bestellt, googelt vorher fast reflexartig: „Ist [Shopname] seriös?“ Die Suchanfragen in diesem Bereich sind laut Google Trends in den vergangenen zwei Jahren deutlich gestiegen – kein Wunder, denn die Watchlist Internet dokumentiert mittlerweile tausende betrügerische Shops allein im deutschsprachigen Raum.

Das Problem: Zwischen Verbraucherzentrale und Bauchgefühl klafft eine Lücke

Bisher hatten Verbraucher im Wesentlichen zwei Anlaufstellen: den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale, der URLs gegen bekannte Blacklists prüft, und Trusted Shops, das zertifizierte Händler mit einem Gütesiegel auszeichnet. Beide Ansätze haben Schwächen. Der Fakeshop-Finder erkennt nur bereits gemeldete Betrüger. Trusted Shops wiederum zertifiziert nur Shops, die aktiv dafür bezahlen – ein seriöser, aber nicht zertifizierter Shop fällt also durch das Raster.

Was fehlte, war ein unabhängiges Bewertungssystem, das Online-Shops nach nachvollziehbaren Kriterien auf Seriosität prüft – auch solche, die weder auf einer Blacklist noch auf einer Whitelist stehen.

Ein neues Portal will diese Lücke schließen

Genau hier setzt das kürzlich gestartete Portal Bestellcheck.de an. Die Idee: Statt nur binär zwischen „Fake“ und „nicht Fake“ zu unterscheiden, werden Online-Shops anhand einer transparenten Methodik bewertet. Das Portal prüft Kriterien wie Impressumsangaben, verfügbare Zahlungsmethoden, SSL-Verschlüsselung, Bewertungslage auf externen Portalen, Domain-Alter und Retourenrichtlinien – und fasst das Ergebnis in einer verständlichen Einschätzung zusammen.

Der Ansatz unterscheidet sich damit von bestehenden Angeboten: Während der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale vor allem auf technische Blacklist-Abgleiche setzt und Trusted Shops ein kostenpflichtiges Zertifizierungsmodell fährt, versteht sich Bestellcheck.de als journalistisch-redaktionelles Prüfportal. Die Bewertungsmethodik ist öffentlich einsehbar – ein Schritt, den viele Verbraucher begrüßen dürften, denn Transparenz schafft Vertrauen.

Warum das Thema für Startups relevant ist

Für junge E-Commerce-Unternehmen ist die Vertrauensfrage existenziell. Wer einen neuen Online-Shop launcht, kämpft zunächst gegen das gleiche Misstrauen, das auch Fake-Shops auf sich ziehen: kein bekannter Markenname, wenig Bewertungen, kurze Domain-Historie. Portale wie Bestellcheck.de können hier als unabhängige Referenz dienen – vorausgesetzt, der eigene Shop erfüllt die Prüfkriterien.

Gleichzeitig zeigt das Geschäftsmodell hinter solchen Prüfportalen einen interessanten Trend: Verbraucherschutz als Content-Produkt. Die Monetarisierung läuft nicht über Zertifizierungsgebühren, sondern über Affiliate-Partnerschaften mit geprüften Shops. Wer als seriös eingestuft wird, kann über das Portal Kunden gewinnen – ein Modell, das die Interessen von Verbrauchern und Händlern gleichermaßen bedient.

Der Markt wächst – und damit die Chance

Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nehmen Fake-Shop-Betrugsfälle in Deutschland weiter zu. Gleichzeitig zeigt eine Bitkom-Studie, dass über 60 Prozent der Online-Käufer schon einmal unsicher waren, ob ein Shop vertrauenswürdig ist. Die Nachfrage nach verlässlichen Prüfinstrumenten ist also da – und sie dürfte mit der zunehmenden Professionalisierung von Betrügern weiter steigen.

Für Gründer im E-Commerce-Umfeld lohnt es sich, das Thema Vertrauen von Anfang an mitzudenken: Impressum vollständig anlegen, mehrere Zahlungsarten anbieten, Retourenprozesse klar kommunizieren. Denn ob Verbraucherzentrale, Trusted Shops oder neue Prüfportale wie Bestellcheck.de – am Ende profitieren die Shops, die nichts zu verbergen haben.


Hinweis: Dieser Beitrag erscheint im Rahmen unserer Berichterstattung über neue digitale Verbraucherschutz-Tools im E-Commerce.

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