Puray

Puray: Katheter zerstört Krankheitserreger mit Licht

Krankenhausinfektionen sind ein bekanntes Problem. Das Münchner Start-up Puray will hier Lösungen bieten und hat einen Katheter entwickelt, der über den gesamten Behandlungszeitraum hinweg UV-C Wellen ausstrahlt, die Krankheitserreger zerstören, aber menschliche Zellen nicht schädigen.

Das Thema hat Relevanz, wenn man bedenkt, dass rund 25% der Krankenhausinfektionen durch Katheter verursacht werden. Katheter sind wie alle medizinischen Schläuche Einfallstore für Keime, die in den Körper gelangen und Infektionen auslösen können. Der durch das Team entwickelte Katheter strahlt UV-C-Licht aus, das Bakterien und Viren eliminiert und gleichzeitig ungefährlich für menschliche Zellen ist. So werden Patienten sicher vor Infektionen geschützt. Ebenso positiv: Das Licht ist auch wirksam gegen Multi-resistente Keime und beugt dem Einsatz von Antibiotika vor.

Vom Uniprojekt zum gefragten Produkt

Die Idee zu Puray stammt aus einem Uni-Projekt, bei dem das Gründer-Team um Eduardo Romero Borrero, Erick Pano, Martin Duffner und Christina Weber im Helios Klinikum München West hospitierten. Hier durften sie Ideen für Verbesserungen medizinischer Probleme entwickeln. Das Team hospitierte in der Gefäßchirurgie, wo viele Patienten Wunddrainagen haben und gleichzeitig Wundinfektionen zu den größten Problemen gehören.

Das Team entwickelt das Produkt heute maßgeblich an der Hochschule München. Hier stehen ihm Labore, Werkstätten, Ausstattung und personelle Unterstützung durch erfahrene Professoren und das Gründungsnetzwerk vom SCE zur Verfügung.

Puray Team

So kommt das UV-C Licht in den Puray Katheter

Wir haben Puray gefragt, wie das Licht eigentlich in den Katheter kommt und dort wirken kann. Ein Sprecher klärt auf: Das Licht wird in einer externen Lichtquelle erzeugt und in einen Lichtleiter innerhalb des Katheters eingekoppelt. Dort wird es über die Länge des Katheters nach außen abgegeben.

Eine Hürde ist derzeit die Zulassung als Medizinprodukt und die dazu nötigen Zertifikate. Dieser Prozess sei streng reguliert und sehr zeit- und kostenaufwendig, so Puray. Das Startup arbeitet daran, die Nachweise für die Wirksamkeit und Sicherheit in Laborstudien zu erbringen und die Studien zu veröffentlichen. Das Produkt soll nach der Zertifizierung mit dem CE-Kennzeichen etwa 2026 – 2027 marktreif sein.

Anwender wie z.B. Ärztinnen, Pflegekräfte, oder die Klinikhygiene hat das Startup bereits überzeugt. Sie bescheinigen dem Produkt ein großes Potential, das in ihren Worten einen großen Nutzen für Patientinnen und Patienten bringen kann.

Auch auf andere Medizinprodukte anwendbar

Das Team plant die Technologie auch auf andere medizinische Schläuche, z.B. Gefäßkatheter, Drainagen und Beatmungsschläuche, anzuwenden und damit viele Patienten vor Infektionen zu schützen.

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