Der KI-Cloud-Anbieter CoreWeave baut seine Partnerschaft mit Meta deutlich aus. Der neue Vertrag über rund 21 Milliarden US-Dollar setzt den Fokus auf Inference, den produktiven Einsatz von KI-Modellen in grossen Anwendungen.
CoreWeave (Nasdaq: CRWV) und Meta Platforms haben am 9. April 2026 eine erweiterte, langfristige Vereinbarung bekanntgegeben. Das Volumen beträgt rund 21 Milliarden US-Dollar, die Laufzeit reicht bis Dezember 2032. Laut CoreWeave soll die Kapazität insbesondere dazu dienen, Metas Inference-Workloads zu skalieren. Die beiden Unternehmen bauen damit eine bestehende Zusammenarbeit weiter aus.
Vom Krypto-Miner zum KI-Infrastruktur-Partner der Tech-Giganten
CoreWeave wurde 2017 von Michael Intrator, Brian Venturo und Brannin McBee in New Jersey gegründet, ursprünglich als Ethereum-Mining-Betrieb. Der Pivot zu KI-Cloud-Infrastruktur erwies sich als strategisch richtig: Im März 2025 ging das Unternehmen an die Nasdaq und nahm beim IPO 1,5 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 23 Milliarden US-Dollar ein. Seitdem hat sich CoreWeave als spezialisierte Alternative zu den grossen Hyperscalern wie AWS, Azure und Google Cloud positioniert. Der Umsatz stieg von 16 Millionen US-Dollar im Jahr 2022 auf rund 1,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024.
Was den Meta-Deal besonders macht
Das Abkommen ist nicht nur wegen der Summe bemerkenswert. Drei Aspekte stechen hervor:
Erstens: Meta will die Kapazität laut Pressemitteilung gezielt für Inference nutzen, also für den Betrieb von KI-Modellen in der Praxis, nicht primär für das Training neuer Modelle. Das reiht sich in einen breiteren Branchentrend ein: Auch NVIDIA betont bei seiner neuen Vera Rubin-Plattform die deutlich verbesserte Inference-Effizienz. Ob sich der Schwerpunkt der gesamten Branche dauerhaft Richtung Inference verschiebt, bleibt abzuwarten, aber die Signale häufen sich.
Zweitens: Die vereinbarte Infrastruktur wird laut CoreWeave zu den ersten Deployments der NVIDIA Vera Rubin-Plattform gehören. Diese neue Chip-Generation wurde Anfang 2026 vorgestellt und soll laut NVIDIA die Kosten pro Inference-Token um den Faktor 10 gegenüber der Vorgängergeneration Blackwell senken. Die Vera Rubin NVL72-Systeme kombinieren 72 GPUs und 36 CPUs in einem einzigen, flüssiggekühlten Rack. Produktionsverfügbarkeit ist für die zweite Jahreshälfte 2026 angekündigt.
Drittens: Die Kapazität wird über mehrere Standorte verteilt, was auf eine dezentrale Architektur für Metas KI-Operationen hindeutet.
Picks and Shovels: Was Gründer daraus lernen können
Für die Startup-Szene ist CoreWeave ein Lehrbuchbeispiel für die „Picks and Shovels“-Strategie: Während alle über KI-Modelle und -Anwendungen sprechen, verdient CoreWeave an der Infrastruktur dahinter.
Bereits im September 2025 meldete Reuters einen Vertrag zwischen CoreWeave und Meta über 14,2 Milliarden US-Dollar. Zusammen mit dem jetzt angekündigten 21-Milliarden-Dollar-Deal ergibt sich rechnerisch ein kumuliertes Volumen von rund 35 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt ein Gesamtvertrag mit OpenAI über 22,4 Milliarden US-Dollar. Die CoreWeave-Aktie stieg nach der heutigen Bekanntgabe im vorbörslichen Handel um knapp 8 Prozent.
Gleichzeitig bleibt das Geschäftsmodell nicht ohne Risiko: Der Cashburn ist erheblich, und die Abhängigkeit von wenigen Grosskunden ist hoch. Wer in KI-Infrastruktur investiert, sollte sich des kapitalintensiven Geschäftsmodells bewusst sein.
Einordnung: Was das für Europa bedeutet
Der Deal unterstreicht, wie stark die KI-Infrastruktur von US-Anbietern dominiert wird. CoreWeave expandiert zwar nach Europa, unter anderem mit geplanten Rechenzentren in Norwegen, Schweden und Spanien. Doch Mega-Deals wie dieser binden die größten GPU-Kapazitäten weiterhin an amerikanische Plattformen. Mit Nebius, das kürzlich ebenfalls einen Multi-Milliarden-Deal mit Meta (bis zu 27 Milliarden US-Dollar) bekanntgab, entsteht zwar ein weiterer Wettbewerber. Ein genuin europäischer Anbieter für KI-Cloud-Infrastruktur in vergleichbarer Größenordnung ist derzeit aber nicht in Sicht.
Quellen: CoreWeave-Pressemitteilung vom 9. April 2026, Reuters, CNBC, NVIDIA-Kommunikation zu Vera Rubin. Der Artikel enthält neben berichteten Fakten auch redaktionelle Einordnungen.
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