Schweizer Start-up rrreefs will Korallenriffe mit 3D-gedruckten Tonmodulen regenerieren

Das ETH-Zürich-Spin-off rrreefs entwickelt modulare Strukturen, die beschädigten Korallenriffen eine Grundlage für die natürliche Regeneration bieten sollen. Nun startet das Schweizer Start-up eine Seed-Investmentrunde, um international weitere Projekte umzusetzen und die Technologie weiterzuentwickeln.

Korallenriffe gehören zu den besonders stark gefährdeten Ökosystemen. Gleichzeitig erfüllen sie wichtige Funktionen: Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Meeresorganismen, tragen zum Schutz von Küsten bei und sind in vielen Regionen eine wirtschaftliche Grundlage für den Tourismus.

Das 2021 gegründete Zürcher Unternehmen rrreefs setzt bei der Regeneration geschädigter Riffe auf ein modulares System aus 3D-gedruckten Tonmodulen. Die einzelnen Elemente werden unter Wasser zu komplexen Strukturen zusammengesetzt. Sie sollen Lebensräume schaffen, in denen sich Korallen und andere Meeresorganismen ansiedeln können.

Modulares Riffsystem ohne Kunststoff

Nach Angaben des Unternehmens sind die verwendeten Strukturen plastikfrei und lassen sich ohne schwere Maschinen installieren. Das System basiert auf Forschungsergebnissen der ETH Zürich und wurde in den vergangenen vier Jahren in fünf Ländern getestet und weiterentwickelt.

rrreefs beziffert die bisherigen Ergebnisse auf 4.000 bis 15.000 neu angesiedelte Korallen pro 100 Quadratmeter innerhalb des ersten Jahres. Die Fischbiomasse sei auf den regenerierten Flächen innerhalb weniger Monate zwei- bis zehnmal höher als auf nicht regenerierten Referenzflächen.

Die Projekte werden gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen umgesetzt. Damit soll die Betreuung der Flächen auch langfristig vor Ort verankert werden.

rrreefs vorher nachher Bild

Kundschaft aus Tourismus und Nachhaltigkeitsmanagement

Das Geschäftsmodell richtet sich unter anderem an Hotel- und Tourismusbetriebe, Unternehmen mit Nachhaltigkeits- und CSR-Projekten sowie Eigentümerinnen und Eigentümer von Flächen mit Zugang zu Korallenriffen. Nach eigenen Angaben hat rrreefs seit 2023 mehr als 20 Kundinnen und Kunden auf vier Kontinenten gewonnen. Zu den genannten Unterstützern zählen Melitta, Accor und Edelweiss beziehungsweise Lufthansa.

Bislang erzielte das Start-up nach eigenen Angaben einen Umsatz von mehr als 1,3 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet rund 1,42 Millionen Euro. Die aktuelle Projektpipeline belaufe sich auf rund 2,4 Millionen Schweizer Franken beziehungsweise etwa 2,62 Millionen Euro. Heute ist rrreefs laut Unternehmensangaben in zehn Ländern aktiv.

Seed-Runde mit Mindestinvestment von 500 Schweizer Franken

Nun startet rrreefs eine Seed-Investmentrunde über die Plattform OOMNIUM. Das Zielvolumen beträgt 800.000 Schweizer Franken, umgerechnet rund 870.000 Euro. Mit dem Kapital will das Unternehmen international wachsen, weitere Projekte umsetzen und die eigene Technologie weiterentwickeln.

Die Runde richtet sich sowohl an private als auch an institutionelle Investorinnen und Investoren. Die Mindestinvestition liegt bei 500 Schweizer Franken, umgerechnet etwa 550 Euro. Die Voranmeldung begann am 13. Mai 2026. Investments mit Discount sind nach Angaben des Unternehmens bis zum 1. Juni 2026 vorgesehen. Der Zeitraum für die eigentliche Runde mit Mindestinvestment ist vom 5. bis zum 16. Juni 2026 angesetzt.

Investorinnen und Investoren sollen regelmäßig Informationen zur Unternehmensentwicklung und zu den umgesetzten Projekten erhalten. Ab einem Investment von 5.000 Schweizer Franken ist außerdem eine Teilnahme an der jährlichen Verlosung eines Besuchs an einem rrreefs-Projektstandort vorgesehen.

Foto: Geraldine Graf

Vier Gründerinnen mit unterschiedlichen Fachgebieten

rrreefs wurde von Dr. Ulrike Pfreundt, Josephine Graf, Marie Griesmar und Hanna Kuhfuss gegründet. Das Team verbindet nach Unternehmensangaben Expertise aus Meeresbiologie, internationalem Business, Kunst und Naturschutz.

Pfreundt verantwortet die wissenschaftliche Strategie und die Finanzen. Graf leitet den Bereich Business Development und die Kundenbeziehungen. Griesmar ist für Produktentwicklung und Marketing zuständig, Kuhfuss für Feldoperationen und die internationale Zusammenarbeit.

Mit seinem Ansatz verbindet rrreefs technologische Entwicklung mit einem konkreten ökologischen Ziel: geschädigte Korallenriffe so zu stabilisieren, dass sich dort wieder vielfältige marine Lebensräume entwickeln können.

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