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Ab 2027 fördert der Staat auch die Altersvorsorge von Freelancern und Gründern. Experte Sascha Müller erklärt, was das neue Altersvorsorgedepot bringt.
Kein Arbeitgeber, der in die Betriebsrente einzahlt. Keine Riester-Zulage. Oft zumeist nicht einmal die gesetzliche Rentenversicherung. Bei der Altersvorsorge waren Selbstständige in Deutschland lange auf sich allein gestellt. Ab dem 1. Januar 2027 ändert sich das: Mit dem neuen Altersvorsorgedepot fördert der Staat erstmals auch Freelancer, Gründer und Freiberufler ohne Rentenversicherungspflicht: mit bis zu 540 Euro im Jahr, dazu Zulagen für Kinder und Steuervorteile.
Klingt nach einem No-Brainer. Ganz so einfach ist es aber nicht. Sascha Müller gilt als Experte für Altersvorsorge und verfügt über mehr als 25 Jahre Berufserfahrung, unter anderem als Vorstand der TARGO Lebensversicherung, heute als Vorstand der Deutschen Investitions- und Förderberatung AG in Düsseldorf. Im Interview erklärt er, was das neue Altersvorsorgedepot kann, welche Vorteile es für Selbstständige bietet – und weshalb man es trotzdem nicht „einfach mal so“ per App abschließen sollte.
Herr Müller, ab dem 1. Januar 2027 gibt es das Altersvorsorgedepot. Was verbirgt sich dahinter, in einem Satz?
Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für den Ruhestand: Sie zahlen ein, der Staat legt Zulagen obendrauf, und das Geld wird in Fonds und ETFs angelegt. Und zwar erstmals ohne die Pflicht, dass am Ende mindestens die eingezahlten Beiträge garantiert sein müssen.
Was ist der Unterschied zu Riester?
Es sind vor allem drei Punkte.
Erstens die Förderung: Sie richtet sich nach dem, was man selbst einzahlt. Auf die ersten 360 Euro im Jahr gibt es 50 Prozent, darüber bis 1.800 Euro noch 25 Prozent. Das ergibt eine Grundzulage von bis zu 540 Euro, bei Riester waren es 175 Euro. Für jedes Kind kommen bis zu 300 Euro dazu.
Zweitens die Anlage: Die Garantiepflicht fällt weg. Wer will, kann weiterhin eine Variante mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie wählen. Wer Zeit hat, kann aber voll auf den Kapitalmarkt setzen.
Drittens die Kosten: Für das Standarddepot gilt ein gesetzlicher Kostendeckel von höchstens einem Prozent im Jahr. Und der Kreis der Förderberechtigten ist größer geworden, vor allem um Selbstständige.
Warum wird Riester überhaupt abgelöst?
Ich habe das Riester-Konzept viele Jahre in der Altersvorsorge-Praxs erlebt. Die Idee war richtig, die Konstruktion hatte allerdings Schwächen. Wegen der Beitragsgarantie musste ein großer Teil des Geldes in festverzinsliche Anlagen fließen, und in der Niedrigzinsphase hat das die Rendite ausgebremst. Dazu kamen bei vielen Verträgen hohe Kosten. Am Ende blieben die Ergebnisse oft hinter dem zurück, was die Menschen erwartet hatten.Das Altersvorsorgedepot setzt genau an diesen beiden Punkten an. Es ist außerdem einfacher: Die Förderung hängt nicht mehr an einem komplizierten Mindesteigenbeitrag in Prozent des Vorjahreseinkommens, sondern schlicht an der eingezahlten Summe.
Was ändert sich für Gründer, Freelancer und Selbstständige konkret?
Sehr viel. Bisher konnten nur rentenversicherungspflichtige Selbstständige direkt riestern, also etwa Handwerker in der Handwerksrolle oder Künstler über die Künstlersozialkasse. Alle anderen gingen leer aus oder kamen allenfalls über den Ehepartner an eine Zulage. Ab 2027 ist förderberechtigt, wer Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit hat, jünger als 67 ist und eine Steuererklärung abgibt. Das gilt für die Webdesignerin genauso wie für den IT-Berater oder die Gründerin eines Start-ups. Für viele Freelancer ist das die erste staatlich geförderte Altersvorsorge überhaupt.
Was bringt das in Euro?
Wer 150 Euro im Monat einzahlt, also 1.800 Euro im Jahr, bekommt 540 Euro Grundzulage. Das sind 30 Prozent Förderung auf den eigenen Beitrag, und zwar vom ersten Jahr an. Mit Kindern kommen bis zu 300 Euro je Kind hinzu. Wer zu Jahresbeginn jünger als 25 ist, erhält einmalig zusätzlich 200 Euro, für junge Gründer ein netter Startbonus.Dazu kommt die Steuer: Beiträge und Zulagen sind als Sonderausgaben absetzbar, das Finanzamt prüft automatisch, ob der Steuerabzug mehr bringt als die Zulage. Gerade bei gut verdienenden Selbstständigen ist das ein spürbarer Effekt. Während der Ansparphase fallen auf Erträge keine Steuern an. Versteuert wird erst die Auszahlung im Alter, in der Regel mit einem niedrigeren Steuersatz als im Berufsleben.
Selbstständige haben oft schwankende Einnahmen. Passt da ein Sparvertrag?
Das ist eine berechtigte Frage. Der Mindestbeitrag liegt bei 120 Euro im Jahr, also zehn Euro im Monat. Je nach Tarif lassen sich die Beiträge anpassen, und der Vertrag kann auch ruhen. Wichtig ist aber: Die Zulage gibt es nur für Jahre, in denen man förderberechtigt ist.
Und was ist mit Gründern, die anfangs jeden Euro ins Business stecken?
Die sollten zuerst eine Liquiditätsreserve aufbauen, keine Frage. Aber schon mit zehn Euro im Monat legt der Staat 50 Prozent obendrauf. Und der größte Hebel bei der Altersvorsorge ist nicht die Höhe des Beitrags, sondern die Zeit. Wer mit 30 klein anfängt und später aufstockt, steht mit 65 in aller Regel besser da als jemand, der mit 45 hektisch nachholen muss.
Viele Selbstständige kennen die Rürup-Rente. Altersvorsorgedepot oder Rürup?
Das ist meist kein Entweder-oder. Das Altersvorsorgedepot bringt bis 1.800 Euro Eigenbeitrag die Zulagen und ist flexibler: Ausgezahlt wird als lebenslange Rente oder als Auszahlplan, bis zu 30 Prozent lassen sich zu Rentenbeginn auf einmal entnehmen. Die Rürup-Rente bietet dagegen einen deutlich höheren Steuerabzug, zahlt aber nur eine lebenslange Rente und ist nicht frei vererbbar. Welche Gewichtung passt, hängt vom Einkommen, vom Steuersatz und von der Familiensituation ab.
Viele Selbstständige haben noch einen Riester-Vertrag aus ihrer Angestelltenzeit oder über den Ehepartner. Was sollten sie tun?
Zunächst einmal: Niemand muss etwas tun. Bestehende Riester-Verträge behalten ihre bisherige Förderung. Man kann sie weiterführen, ruhen lassen oder in das neue Förderrecht wechseln. Gerade für Selbstständige kann der Wechsel interessant sein: Wer nach der Angestelltenzeit gegründet hat, bekommt für seinen alten Riester-Vertrag heute meist gar keine Zulage mehr. Für ihn kann das neue Recht ein echter Neustart sein.
Warum dann nicht einfach online abschließen?
Weil es um eine Entscheidung geht, die über Jahrzehnte wirkt. Bei einem Online-Abschluss gibt es in der Regel keine individuelle Beratung. Offen bleiben somit häufig die Fragen, die über den tatsächlichen Nutzen entscheiden: Besteht bereits ein Riester-Vertrag, bei Ihnen selbst oder beim Ehepartner? Welchen Vorteil bringt der Sonderausgabenabzug bei Ihrem persönlichen Steuersatz? Und welche Anlagestrategie passt zu Ihrem Zeithorizont und dazu, wie Sie mit deutlichen Kursrückgängen umgehen? Welche Fördermöglichkeiten sind unter Umständen darüber hinaus noch zu betrachten? Diese Fragen hängen zusammen und lassen sich nur gemeinsam sinnvoll beantworten. Genau darauf ist die Deutsche Investitions- und Förderberatung spezialisiert. Wir prüfen zuerst Förderanspruch, bestehende Verträge, Steuersituation und familiäre Rahmenbedingungen und sprechen erst danach über ein mögliches Produkt. Die Varianten rechnen wir konkret durch, damit unsere Kunden die Folgen ihrer Entscheidung kennen, bevor sie unterschreiben. Für die Beratung entstehen keine Kosten, und niemand ist verpflichtet, im Anschluss einen Vertrag abzuschließen. Das schafft die Verlässlichkeit und Qualität, die eine solche Entscheidung verdient.
Müssen sich Interessierte beeilen? Die Werbung zum Jahreswechsel erweckt diesen Eindruck.
Nein. Das Altersvorsorgedepot ist kein befristetes Angebot. Die Zulagen werden jedes Jahr neu berechnet, ein Einstieg ist jederzeit möglich. Mein Rat: Lassen Sie sich nicht verunsichern und nicht unter Druck setzen.
Was unterscheidet Ihren Ansatz bei der Deutschen Investitions- und Förderberatung?
Wir schauen uns die gesamte Situation an, bevor es um ein Produkt geht: Förderanspruch, bestehende Verträge, Steuersituation, Familie, Zeithorizont. Für die individuelle Beratung durch unsere Förderexperten entstehen dem Kunden keine Kosten, und bei den Tarifen unserer Marke Deutsche Förderrente fällt keine Vertriebs- oder Vermittlungsprovision an. Unser Anspruch ist, dass jeder Kunde am Ende genau weiß, warum er sich wofür entscheidet.
Ihr wichtigster Rat an Gründer und Freelancer?
Früh anfangen. Das Altersvorsorgedepot ist die beste Chance auf staatlich geförderte Vorsorge, die Selbstständige in Deutschland bisher hatten.
Zur Person
Sascha Müller ist Vorstand der Deutschen Investitions- und Förderberatung AG in Düsseldorf, die unter der Marke Deutsche Förderrente eine staatlich geförderte Altersvorsorge anbietet. Der gelernte Bankkaufmann bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Finanz- und Versicherungsbranche mit, unter anderem in leitenden Funktionen bei Citibank und TARGOBANK. Ab 2020 war er Vorstand der TARGO Lebensversicherung AG und der TARGO Versicherung AG, verantwortlich für Vertrieb, Marketing und Kapitalanlagen. Müller ist Fachwirt für Finanzberatung (IHK) und hat einen Executive MBA der Universität Münster.
ÜBER DIE DEUTSCHE INVESTITIONS- UND FÖRDERBERATUNG AG
Die Deutsche Investitions- und Förderberatung AG mit Sitz in Düsseldorf berät Privatpersonen, Familien und Selbstständige zu staatlichen Förderprogrammen. Das Unternehmen prüft Förderansprüche, ordnet Kombinationsmöglichkeiten ein und begleitet die Antragstellung.
Unter der Marke Deutsche Förderrente vermittelt das Unternehmen ab 2027 geförderte Altersvorsorgeprodukte nach dem Altersvorsorgereformgesetz. Zum Angebot gehören der Tarif Deutsche Förderrente Standard als Standarddepot, die Deutsche Förderrente Premium als Altersvorsorgedepot ohne Garantie mit den Anlagestrategien Sicherheit, Ausgewogen und Wachstum sowie die Garantievarianten Deutsche Förderrente Premium Garantie 80 und Garantie 100. Die Investmenttarife werden von einer spezialisierten Vermögensverwaltung aufgelegt, die Garantietarife von zwei großen Versicherungsgesellschaften.
In den Investmenttarifen der Deutschen Förderrente werden keine Abschluss- und Vertriebskosten berechnet. Die persönliche Beratung zu Förderung, Tarifwahl und Anlagestrategie erbringt das Unternehmen ohne gesondertes Honorar.
Firmenkontakt
Deutsche Investitions- und Förderberatung AG
Andreas Bitner
Opitzstrasse 12
40470 Düsseldorf
0049-211-98070110

https://deutsche-foerderrente.de
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