HydroMapper: Hamburger Startup vermisst Brücken und Kaimauern auch unter Wasser

Viele Bauwerke in Deutschland werden saniert, ohne dass ihr genauer Zustand bekannt ist. Das Hamburger Unternehmen HydroMapper will das ändern und kombiniert eigene Vermessungstechnik mit einer Cloudplattform.

Deutschland investiert Milliarden in seine Infrastruktur. Doch bevor eine Brücke oder eine Kaimauer saniert wird, fehlt oft eine verlässliche Grundlage. Pläne sind veraltet, Daten liegen in unterschiedlichen Formaten vor, und was unter Wasser passiert, lässt sich meist nur schätzen. Genau hier setzt HydroMapper aus Hamburg an.

Das Unternehmen erfasst Bauwerke dreidimensional, und zwar über und unter der Wasseroberfläche. Die eigene HydroScan Technologie ist in der EU und den USA patentiert und liefert selbst in trübem Wasser vollständige Messdaten. Dazu kommen Laserscanning, Sonar, Fotogrammetrie, Drohnen und Tauchroboter. Aus all diesen Quellen entsteht ein digitales Abbild des Bauwerks, ein sogenannter digitaler Zwilling.

Zusammengeführt werden die Daten auf der neuen Plattform InfraCloud. Dort landen Modelle, Fotos, Pläne und Schadensdaten an einem Ort. Ingenieurbüros, Prüfstellen und Betreiber arbeiten mit demselben Stand, Schäden lassen sich direkt am Modell markieren. Eine KI hilft dabei, Schäden zu erkennen und einzuordnen.

„Unser Ziel war, Annahmen durch belastbare, aktuelle Messdaten zu ersetzen“, sagt CEO Karsten Holste. Wie viel das bringen kann, zeigt ein Beispiel aus einem norddeutschen Seehafen. Für eine rund 815 Meter lange Kaje war rechnerisch eine Auslastung von 157 Prozent angenommen worden. Die Messung ergab tatsächlich nur etwa 70 Prozent. Eine drohende Sperrung war damit vom Tisch.

Mehr als 100 Projekte hat HydroMapper nach eigenen Angaben bereits abgeschlossen und dabei über 300 Kilometer Uferwand vermessen, allein in Berlin rund 45 Kilometer. Zu den Kunden zählen die Hamburger Hochbahn, BLG AutoTec und der Flensburger Hafen. Bei einzelnen Arbeitsschritten sieht das Unternehmen Einsparungen von bis zu 50 Prozent.

COO Tammo Denkena verweist auf das Sondervermögen: Entscheidend sei nicht nur, wie viel Geld bereitsteht, sondern wie gezielt es eingesetzt wird. Wer genau weiß, wo Handlungsbedarf besteht, kann Budgets besser priorisieren und Fehlplanungen vermeiden.

Wer das Team kennenlernen möchte: CTO Berit Jost spricht am 17. September auf der INTERGEO in München.

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