nubibase Gründer Alexander Bumann steht im Büro.

Alexander von nubibase: „Datenintegration ist die Basis für alles, was danach kommt“

Im Interview spricht Alexander Bumann von nubibase über die zentrale Rolle von Datenintegration für moderne Unternehmen. Im Kern geht es darum, warum Digitalisierung oft nicht an fehlender Software scheitert, sondern an schlecht verbundenen Systemen, manuellen Umwegen und gewachsenen IT-Strukturen. Außerdem erklärt er, weshalb saubere Datenflüsse die Grundlage für Automatisierung, KI, Prozesssicherheit und zukunftsfähige IT-Architekturen sind.

Alexander, stell nubibase doch mal kurz in einem Elevator Pitch vor: Wer seid ihr, und welches zentrale Problem löst ihr für eure Kunden?

    nubibase ist Spezialist für Datenintegration. Wir helfen Unternehmen dabei, Daten, Systeme und Prozesse so miteinander zu verbinden, dass Informationen genau dort ankommen, wo sie gebraucht werden – zuverlässig, sicher und ohne manuelle Umwege.

    Viele Unternehmen arbeiten heute mit einer unkontrolliert gewachsenen Systemlandschaft: ERP, CRM, Shop, Portale, individuelle Anwendungen oder externe Partnerlösungen. Das eigentliche Problem entsteht oft nicht in den Systemen selbst, sondern in den Lücken dazwischen. Genau dort gehen Informationen verloren, Prozesse werden unnötig kompliziert und aus Digitalisierung wird schnell zusätzlicher Aufwand statt echter Fortschritt.

    Wir sorgen dafür, dass Daten nicht einfach nur übertragen, sondern wirksam genutzt werden können. Für uns bedeutet das Datenintegration mit Impact: weniger manuelle Aufwände, stabilere Abläufe, mehr Transparenz und eine IT, die Unternehmen im Alltag wirklich entlastet. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass unsere Kunden effizienter arbeiten, schneller reagieren und digital sauber wachsen können.

    Ihr seid schon seit über 10 Jahren am Markt und habt die digitale Transformation vieler Firmen begleitet. Wie hat sich der Schmerzpunkt der Unternehmen in dieser Zeit verändert – woran scheitern Firmen heute am häufigsten, wenn es um Digitalisierung geht?

      Der Schmerzpunkt hat sich klar verschoben. Vor zehn Jahren ging es oft noch darum, Digitalisierung überhaupt anzustoßen. Heute haben viele Unternehmen bereits verschiedene Systeme im Einsatz – aber genau darin liegt oft das Problem: Die Tools sind da, nur sie arbeiten nicht sauber zusammen.

      Unternehmen scheitern heute deshalb seltener an fehlender Software, sondern häufiger an fehlender Integration. Daten fließen nicht durchgängig, Prozesse hängen an manuellen Zwischenschritten, und aus einzelnen digitalen Lösungen entsteht kein wirklich effizienter Gesamtprozess.

      Genau das bremst viele Firmen aus. Denn Digitalisierung entfaltet erst dann echten Nutzen, wenn Daten und Systeme zuverlässig zusammenspielen. Deshalb ist Datenintegration heute für uns der entscheidende Hebel für Digitalisierung mit Impact.

      Viele Unternehmen stürzen sich auf Buzzwords wie KI oder Blockchain, vergessen dabei aber oft ihre eigenen Hausaufgaben. Mal ganz direkt gefragt: Warum ist Datenintegration das Wichtigste für Unternehmen?

        Weil ohne saubere Datenintegration vieles andere gar nicht belastbar funktioniert. Unternehmen können in KI, Automatisierung oder neue digitale Geschäftsmodelle investieren – aber wenn die zugrunde liegenden Daten nicht zuverlässig zwischen den Systemen fließen, bauen sie auf einem instabilen Fundament auf.

        Datenintegration ist deshalb so wichtig, weil sie die Grundlage dafür schafft, dass Informationen vollständig, aktuell und am richtigen Ort verfügbar sind. Erst dann werden Prozesse effizient, Entscheidungen belastbar und Digitalisierung im Alltag wirklich wirksam.

        Ich sage es ganz bewusst deutlich: Wer über Zukunftstechnologien spricht, ohne zuerst seine Datenflüsse im Griff zu haben, überspringt einen entscheidenden Schritt. Datenintegration ist keine technische Nebenaufgabe, sondern die Basis für alles, was danach kommt. Genau deshalb ist sie für Unternehmen so entscheidend.

        Die Realität in vielen Betrieben ist ja eine wilde Historie aus ERP-Systemen, CRMs und Insellösungen. Wo hakt es am meisten, wenn diese Systeme plötzlich miteinander sprechen sollen?

          Am meisten hakt es meist nicht an einem einzelnen System, sondern an der gewachsenen Komplexität dazwischen. Über Jahre kommen neue Anwendungen, individuelle Anpassungen und Sonderprozesse dazu – und irgendwann soll plötzlich alles nahtlos zusammenarbeiten. Genau dann werden die Schwachstellen sichtbar.

          Typische Probleme sind unterschiedliche Datenstrukturen, uneinheitliche Datenqualität und Prozesse, die nie wirklich auf Integration ausgelegt waren. Oft sprechen die Systeme also technisch vielleicht irgendwie miteinander, aber fachlich nicht sauber. Dann werden Informationen falsch zugeordnet, unvollständig übertragen oder an der falschen Stelle weiterverarbeitet.

          Hinzu kommt, dass dieses Wissen intern häufig nur bei wenigen Personen liegt. Wenn dann Dokumentation fehlt oder Schnittstellen historisch gewachsen sind, wird jede Veränderung zum Risiko. Genau deshalb ist Datenintegration für uns nicht nur eine technische Verbindung, sondern vor allem die Aufgabe, Ordnung, Verlässlichkeit und Zukunftsfähigkeit in diese Systemlandschaften zu bringen.

          Ihr seid Gold-Partner für die Lobster Data Platform und habt euer Portfolio stark darauf ausgerichtet. Was macht diese Plattform technologisch so besonders, dass ihr als One-Stop-Shop genau darauf setzt?

            Für uns ist die Lobster Data Platform technologisch vor allem deshalb besonders, weil sie Datenintegration nicht als Einzellösung denkt, sondern als durchgängige Plattform. Sie vereint Datenintegration, EDI und API-Management in einer Lösung und schafft damit genau das, was Unternehmen heute brauchen: saubere, skalierbare Datenflüsse statt vieler einzelner Werkzeuge nebeneinander.

            Hinzu kommt der No-Code- beziehungsweise Configure-over-Code-Ansatz. Das ist für uns ein großer Vorteil, weil Integrationen dadurch nicht nur schneller umgesetzt, sondern auch deutlich besser angepasst, dokumentiert und langfristig betrieben werden können. Gerade in gewachsenen IT-Landschaften ist das entscheidend, wenn Datenintegration nicht nur heute funktionieren, sondern morgen noch beherrschbar sein soll.

            Und für uns kommt noch ein weiterer Punkt dazu: Wir waren sogar der erste Gold-Partner von Lobster. Das ist nicht nur ein Titel, sondern spiegelt unsere langjährige Spezialisierung und die enge Partnerschaft wider. Genau deshalb können wir unseren Kunden nicht nur die Plattform anbieten, sondern sie auch strategisch, technisch und im laufenden Betrieb als echter One-Stop-Shop begleiten.

            Ein spannender Punkt bei euch sind die “Managed Services“. Wenn Schnittstellen laufen, fühlt sich oft niemand mehr intern dafür zuständig. Warum ist es für viele – gerade mittelständische – Unternehmen strategisch klüger, den Betrieb der Datenintegration komplett an Experten wie euch auszulagern?

              Weil Schnittstellen oft genau dann sichtbar werden, wenn sie nicht mehr laufen — und dann ist der Schaden meistens unmittelbar im Prozess. Im Mittelstand hängt das Know-how über Integrationen häufig an ein oder zwei Personen. Wenn davon jemand ausfällt, das Unternehmen verlässt oder schlicht überlastet ist, wird aus einem reibungslosen Betrieb sehr schnell ein echtes Risiko.

              Managed Services sind deshalb nicht nur eine Komfortfrage, sondern ein Baustein für Risikomanagement und Betriebsfähigkeit. Sie reduzieren Einzelpersonen-Abhängigkeit, sichern Reaktionszeiten, schaffen planbare Kosten und fangen Lastspitzen, Partneränderungen oder Migrationsphasen besser ab. Dazu kommt: Gute Betriebsunterstützung heißt nicht nur “Fehler beheben”, sondern auch Monitoring, Incident Handling, Changes, Releases und kontinuierliche Optimierung. Genau das ist für viele Unternehmen strategisch wertvoller, als zu hoffen, dass intern schon irgendwie immer jemand Zeit haben wird.

              Kannst du uns ein konkretes Beispiel oder einen Use Case nennen, bei dem eure Automatisierungsprozesse einem Unternehmen so richtig die Augen geöffnet (und Kosten gespart) haben?

                Ein gutes Beispiel ist die Omnichannel-Integration während der Corona-Zeit. Sie hat es Unternehmen ermöglicht, Geschäftsprozesse über unterschiedliche Portale und Marktplätze automatisiert abzuwickeln und damit überhaupt handlungsfähig zu bleiben. Gerade mittelständische Markenhersteller mussten innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Plattformen anbinden, um weiterhin Aufträge bearbeiten zu können.

                Ein weiterer Bereich sind Spezialsysteme, zum Beispiel Produktkonfiguratoren, die an SAP angebunden werden müssen, etwa im Maschinenbau. Ebenso relevant sind Fertigungsoptimierungstools oder die Integration von Produktionssystemen mit Lösungen wie Dynamics. In solchen Fällen sorgen automatisierte Schnittstellen dafür, dass Prozesse stabiler, schneller und wirtschaftlicher ablaufen.

                Wir können aktuell kein Tech-Interview führen, ohne über Künstliche Intelligenz zu sprechen. Wie wird KI den Bereich der Datenintegration und des Prozess-Monitorings in den nächsten drei bis fünf Jahren verändern?

                KI wird die IT und auch viele Unternehmensprozesse disruptiv verändern. Dort, wo Prozesse besonders verlässlich und sicher ablaufen müssen, stößt KI heute noch an Grenzen, etwa durch Halluzinationen. Gleichzeitig ist klar, dass sich diese Technologien in den kommenden Jahren weiterentwickeln werden.

                Wir gehen davon aus, dass Aufgaben künftig stärker architektonisch geprägt sein werden. Es wird mehr Bedarf an Menschen geben, die Strukturen, Systeme und Zusammenhänge gestalten, während ein Teil der operativen Umsetzung zunehmend von KI unterstützt oder übernommen wird.

                Für unsere Kunden wird besonders die Kombination aus KI und Daten entscheidend sein. Deshalb beschäftigen wir uns intern intensiv mit eigenen KI-Lösungen und eigener Infrastruktur. Ein wichtiges Thema dabei ist die Datensouveränität. Gerade mittelständische Unternehmen möchten ihr Wissen und ihre sensiblen Informationen nicht unkontrolliert in externe große Sprachmodelle geben.

                Deshalb sehen wir einen klaren Trend zu kontrollierten oder eigenen KI-Lösungen, die sinnvoll mit vorhandenen Datenintegrationslösungen verbunden werden. An solchen Ansätzen arbeiten wir bereits heute, etwa mit Testaufbauten zur Anbindung von Legacy-Systemen an KI oder mit Automatisierungsworkflows in Kombination mit Plattformen wie Lobster Data.

                Zum Abschluss: Welche drei Tipps gibst du anderen Gründern oder Geschäftsführern mit auf den Weg, die ihre IT-Landschaft jetzt zukunftssicher aufstellen wollen?

                  Erstens: Schafft Transparenz, bevor ihr neue Technologien einkauft. Wer seine Systeme, Schnittstellen, Datenflüsse und Blackboxes nicht kennt, kann keine belastbare Zukunftsarchitektur bauen.

                  Zweitens: Baut eine zentrale Integrationslogik auf, statt immer neue Einzelverbindungen zu improvisieren. Das macht euch schneller, wartbarer und deutlich unabhängiger von personengebundenem Wissen.

                  Drittens: Denkt Betrieb immer von Anfang an mit — inklusive Monitoring, Verantwortlichkeiten, Security und Notfallplan. Die beste Automatisierung nützt nichts, wenn im Ernstfall niemand weiß, wie sie stabil weiterläuft. Zukunftssichere IT entsteht nicht durch das neueste Buzzword, sondern durch Klarheit, Standardisierung und Betriebsfähigkeit.

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